In der grandiosen Hochgebirgslandschaft der Abruzzen lassen sich
großartige
Wandertouren unternehmen. Gute Kondition ist allerdings erforderlich,
und auf
vielen Routen braucht man Bergerfahrung und einen gewissen
Abenteuergeist. Die
Markierungen sind vielfach unzureichend, die Karten oft ungenau, die
Wege
häufig anspruchsvoll. In den Höhenlagen zwischen 1500 und
3000 m muß man sich
außerdem, wie immer im Hochgebirge, auf möglicherweise
gefährliche
Wetterwechsel einstellen. Für die Anstrengungen wird man mit
ungewöhnlichen
Eindrücken belohnt. Schroffe Felswände erheben sich über
fast exotisch
wirkenden Hochflächen, kahle Bergkuppen überragen tief
eingeschnittene Täler,
enge Canyons führen zu Wasserfällen und kleinen Seen. Die
Gebirgslandschaft ist
von der technischen Zivilisation vergleichsweise wenig beschädigt
worden. Relativ
selten findet sich die unerfreuliche Infrastruktur von Appartements,
Hotels und
Skiliften, die in den Alpen so viel Unheil angerichtet hat. Fast das
gesamte
Gebirge steht heute unter strengem Naturschutz, und das ist in der
Landschaft auf angenehme Weise spürbar.
Die schönsten Wandergebiete der Abruzzen sind der Gran Sasso und die nördlich angrenzenden Monti della Laga, die Maiella, die Massive des Monte Ocre, Velino und Sirente und der Nationalpark. Die letztere Bezeichnung ist etwas irreführend, denn seit 1995 sind auch die Monti della Lage, der Gran Sasso und die Maiella "Parchi Nazionali". Doch der historische, seit 1923 bestehende Nationalpark im Südwesten der Region gilt im gängigen Sprachgebrauch noch immer als der Parco Nazionale.
Außer den Gipfelbesteigungen - z.B. des Corno Grande (2912 m),
des
höchsten Berges Italiens außerhalb der Alpen - sind
zahlreiche Wanderungen von
Ort zu Ort möglich; immer wieder trifft man auf reizvolle
Bergdörfer. In den Gipfelregionen kann man normalerweise von Juni
bis Anfang Oktober wandern, in Lagen unter 1500 m von Mitte April bis
Oktober.
Eine vierzehntägige Fernwanderung
durch die Abruzzen, die man problemlos auch in kürzere
Abschnitte
aufteilen kann, beschreibe ich in: Christoph Hennig, Wilde Wege -
stille Dörfer. Rotpunkt Verlag Zürich, 1.Aufl.
2007. In dem
Buch stehen insgesamt 30 Abruzzen-Wanderungen und Gipfeltouren.
Abruzzen-Wanderungen für Individualreisende
(Hotelreservierung,
Gepäcktransport, detaillierte Wegbeschreibungen u.a.)
organisiert www.italienwandern.com
Gruppen-Wanderreisen in den Abruzzen:
erde und wind ist ein
Spezialveranstalter für diese Region, der Inhaber Herbert Grabe
einer der besten Kenner des Gebiets.