Der Mairatal-Weg
Was
will man mehr: eine wunderbare
Berglandschaft, schöne - wenn auch z.T. verlassene und
verfallene - alte Weiler, gut markierte Wege, mittlere Anstrengungen,
originelle einfache Unterkünfte, häufig vorzügliches
Essen - und zu all dem ein Wanderbuch, das einen wie ein
unterhaltsamer, kenntnisreicher Freund begleitet. Kurz und gut: Der
Mairatal-Weg gehört zu den reizvollsten Gebirgswanderungen
Italiens. Die 12 Etappen des Hauptweges lassen sich auf eine oder
zwei Sommerreisen verteilen, und die vielen möglichen Varianten
erlauben es, immer wiederzukehren, so daß sich auch das
Maira-Tal - wie die Grande Traversata delle Alpi - für Liebhaber
zur "unendlichen Geschichte" entwickeln kann.
Das Tal gehört zu den "Valli Cuneesi", einer Reihe
von kaum besiedelten, langgestreckten Alpentälern im
Südwesten des Piemont. Vom Hauptort Dronero im Osten bis zur
französischen Grenze im Westen ist es rund 40 km lang. Der
Wanderweg verläuft auf dem Hinweg auf der nördlichen Talseite
in Höhenlagen zwischen 1000 und 2000 m; der Rückweg
am südlichen Talhang (meist zwischen 1400 und 2500 m ü.M.)
führt gelegentlich in hochalpine Regionen.
Alle wichtigen Informationen finden sich in dem
Wanderführer Antipasti
und alte Wege - Valla Maira.
Wandern im anderen Piemont von Ursula Bauer und Jürg
Frischknecht (Rotpunktverlag Zürich).
Unverzichtbar! Dieses wunderbare Buch verbindet Poesie und
Präzision, es ist von Begeisterung und Kenntnis durchzogen, es
nennt Busfahrzeiten und Telefonnummern, erzählt aber auch von
okzitanischer Musik, von Partisanen, von alter und neuer Bauernkultur,
von Literaten, Jägern, Käseproduzenten. Dazu noch lebendig
und mit Gefühl geschrieben - ein Lesegenuß und der ideale
Reisebegleiter. Notwendig und völlig ausreichend für die
Reiseplanung, mehr brauchen Sie nicht!.
Eine gute Wanderkarte für das Gebiet ist die Carta dei sentieri Valle Maira 1:25.000 von
der Comunità Montana Valle Maira.
Anforderungen: Die Anstiege liegen
meist
bei 500-600 Höhenmetern, auf vier Etappen bei knapp 1000
Höhenmetern. Wenn man der Etappeneinteilung im Wanderführer
von Bauer/Frischknecht folgt, hat man täglich etwa 3 bis 5 Stunden
reine Gehzeit. (Die Autoren geben die Tourenlängen mit 3 bis 7
Stunden an, aber vor meinem inneren Auge erscheint das Autorenpaar,
wie es unterwegs den Schmetterlingen nachschaut, über das
gestrige Abendessen schwatzt und die Zeit vergißt. Sympathisch,
aber die angegebenen Wanderzeiten sind unrealistisch lang.) Bei guter
Kondition kann man gelegentlich zwei Etappen zusammenfassen.
Übrigens: Den Anfang der Tour fand ich nicht so begeisternd,
richtig interessant wird es ab der 3.Etappe.
Karten: Istituto Geografico Centrale (IGC)
Nr. 7 "Valli Maira Grana Stura". Ein sehr kleines Stück der
Tour ist auf dieser Karte nicht erfaßt, sondern auf der
Anschlußkarte Nr.6 "Monviso".
Gepäcktransport: Taxifahrer Gianni
Pilotto in Acceglio besorgt den Gepäcktransport auf
sämtlichen Etappen des Mairatal-Wegs (außer vom und zum
Rifugio Gardetta, wegen der weiten Fahrt hier nur Gepäcktransport
für Gruppen). Der Preis beträgt 5 Euro pro
Gepäckstück, Mindestpreis pro Fahrt 10 Euro. Für
Gruppen Spezialtarife. Kontakt entweder über die Hoteliers und
Hüttenwirte oder direkt: Tel. /Fax 0171 99024 bzw. Tel.
348 823 1477 (italienisch oder französisch). Bei
Sprachschwierigkeiten vermittelt das Centro Culturale Borgata in San
Martino (Maria Schneider, Tel. 0171 999 186).
Unterkünfte: Dorfhotels und "Posti
tappa" (Matratzenlager oder sonstige Gemeinschaftsunterkünfte,
eigenen Hüttenschlafsack mitbringen!). Verpflegung entsprechend
der piemontesischen Tradition häufig ausgezeichnet (vgl. auch
dazu den Reiseführer).
Reisezeit: Die gesamte Strecke ist
normalerweise zwischen Juli und den ersten Schneefällen (Mitte
bis Ende Oktober) passierbar. Im Mai und Juni muß man die
höchstgelegenen Etappen auslassen - es gibt tiefer gelegene
Varianten.
Organisierte Individualtouren auf dieser Strecke (6 bis
10 Tage, mit reservierten Unterkünften, Gepäcktransport,
Kontakt vor Ort): www.renatour.de
und www.infovallemaira.eu
Eine Website über einen Weiler im Maira-Tal mit
zahlreichen Fotos: www.borgataferre.com
Seit 2008 gibt es auch einen neuen Fernwanderweg im Nachbartal der Valle Maira, der Valle Stura
. In 19 Etappen führt er ähnlich wie der Mairatal-Weg
zunächst an der nördlichen Talseite entlang und kehrt dann südlich zum Ausgangspunkt Borgo San Dalmazzo zurück. Auf dem Papier sieht die Route gut aus,
und die Autoren des dazugehörigen Wanderführers (Valle Stura von Werner Bätzing und Michael Kleider, Rotpunkt Verlag 2008) bürgen erfahrungsgemäß für Qualität.
Weitere Fotos...
Zurück zum Überblick
Piemont
|