Vier traumhafte Tage im umbrischen Apennin, abgelegene Dörfer,
weite Panoramen, einsame Wege - an meine Wanderung auf der Grande
Escursione Appenninica, im umbrischen Abschnitt des
Apennin-Fernwanderwegs, habe ich die besten Erinnerungen. Ich war mit
Helmut Dumlers Wanderführer Umbrien. Mit Gran Sasso und
Abruzzen unterwegs (Bruckmann-Verlag, 1.Aufl. 2002). Dumler
beschreibt 6 Etappen zwischen Scheggia und
Castelluccio. Ich ging, mit etwas anderer Streckenführung, an vier
Tagen von Bagnara bis Castelluccio. Die Orientierung war gelegentlich
nicht ganz einfach; weder die Wegbeschreibungen im Buch noch die recht
spärlichen Markierungen reichen für sich allein aus, am
allerwenigsten die ungenaue Kompass-Karte Nr. 675 "Sentiero Europeo E
1, Tratto Umbro". (Ab der 6.Etappe benutzt man besser die
Multigraphic-Karte Nr. 60/61 "Monti Sibillini"). Mit allen
Hilfsmitteln zusammen findet man den Weg aber ganz gut.
Die Tour führt durch ein Gebiet, das 1997 stark von einem Erdbeben
betroffen wurde. Spuren davon sind in vielen Orten am Wege noch zu
sehen.
Die ersten drei Etappen kenne ich nicht. Am Ende der 5.Etappe bin ich,
nicht - wie Dumler vorschlägt - zum Zelten nach Saccovescio
gewandert, sondern auf der Nera-Tal-Straße nach Visso getrampt
(etwa 5 km). Was ich damals nicht wußte: Auf der Strecke
fährt werktags um 17.55 Uhr der Linienbus Rom-Visso, Haltestelle
vermutlich in Pontechiusita an der Einmündung der Straße von
Preci (ohne Gewähr!). Busfahrzeit überprüfen: Tel. 0737
63401 oder www.contram.it.
In Visso: Hotel Elena, Tel. 0737 9532. Unbedingt empfehlenswerte
ist das
Restaurant: Da Richetta, Piazza Garibaldi 7, Tel. 0737 933 (Mo
geschl).
Von Visso steigt man auf einem Weg durch die
Valle di Visso an zum Hochtal von Acquaro, wo man wieder auf die
von
Dumler beschriebene Route trifft. Anstatt dem im Buch beschriebenen Weg
nach Castelluccio zu folgen, kann man die Tour um einen -
wunderschönen - Wandertag verlängern: Auf der 6.Etappe
zwischen Monte Fausole und dem Sattel des Monte delle Rose durch die
Valle Cerasa über die Forca d’Ancarano nach Norcia absteigen
(Unterkunft: Grotta Azzurra, Tel. 0743 816 513; Monastero di
Sant’Antonio, Tel. 0743 82 8208), am 7.Tag von Norcia nach
Castelluccio wandern (Wegbeschreibung hier)
Die Wanderungen dauern meist 5-6 Stunden, die
Anstiege liegen bei täglich 900 Höhenmetern. Anspruchsvoller
sind die 5.und 6.Wanderung: 8 Stunden, 1000 bzw. 1400 Höhenmeter
Anstieg.
Unterkünfte: Ausnahmslos Dorfhotels, oft sehr
sympathisch.
Anreise: Die Orte am Weg
sind von Perugia aus mit Linienbussen erreichbar (außer sonn- und
feiertags!). Vom Endpunkt Castelluccio gibt es allerdings keine
öffentlichen Verkehrsmittel - erfahrungsgemäß
kann man hier aber
problemlos bis Norcia trampen (Alternative: sich von Norcia mit dem
Taxi abholen lassen). Ab Norcia Linienbusse nach Spoleto, Perugia
und
Rom.