Wandern auf Sardinien
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Sardinien

Sardinien ist ein zu Recht beliebtes Wandergebiet. In wenigen Regionen Italiens trifft man auf so viele Wanderer wie an der Ostküste,beispielsweise auf den „klassischen“ Touren zur Bucht Cala Goloritze, in der Schlucht Gola di Gorrupu oder um die Cala di Luna. Aber die ausgedehnte Insel, immerhin die fünftgrößte in Europa, bietet auch jede Menge einsame und abgelegene Wege. Ein bißchen Abenteuergeist braucht man. Viele Touren sind anspruchsvoll, Markierungen und gutes Kartenmaterial eher selten. Manche Gebiete sind außerdem zum Wandern völlig ungeeignet: die Küstenabschnitte oft weglos, die Gebiete im Binnenland häufig nicht abwechslungsreich genug. Einfach drauflosgehen bringt da nichts, man braucht einen guten Wanderführer. Den gibt es zum Glück: Sardinien aus dem Verlag Reise Know-How ist gut recherchiert, bringt sehr lohnende Touren und vermeidet mit Erfolg die langweiligen Abschnitte (was man von den anderen Sardinien-Wanderbüchern nicht immer sagen kann). Für den Norden Sardiniens sind die Tourenvorschläge allerdings dünn gesät, hier lohnt sich eher der ebenfalls gute Führer von Janina und Markus Meier aus dem Conrad Stein Verlag.

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Hier ein paar besondere Empfehlungen für Wanderungen auf Sardinien (RKH= Reise Know-How, CS = Conrad Stein):
Im Süden spektakulär schön die Küstenwanderung bei Chia (Tour 4 RKH, Tour 18 CS). An der Westküste findet man einen landschaftlich großartigen Küstenabschnitt zwischen Nébida und Buggeru (Touren 6 und 7 RKH, 21 CS), die zum Teil ausgesetzten schmalen Pfade erfordern allerdings absolute Trittsicherheit. Weiter nördlich an der Westküste lohnt das Naturschutzgebiet der Sinis-Halbinsel unbedingt den Besuch; sehr schön ist hier vor allem die Tour 12 RKH (Variante Süd). Wunderbar auch die Wanderung entlang der Steilküste vom Strand Is Arutas nach Arena Scoado (knapp 3 Std., nicht in den Wanderführern, aber problemlos zu finden); hier gibt es allerdings keine Verkehrsmittel für die Rückfahrt, so dass man trampen oder auf gleichem Weg zurückgehen muss. An der Ostküste ist das beliebteste, relativ stark frequentierte Wandergebiet der Golfo di Orosei (ein guter Standort: Santa Maria di Navarrese). Ein klassischer Ausflug ist hier die Tour zur Cala Goloritze (Tour 34 RKH, 15 CS), großartig und anstrengend die Wanderung über die Cengia Giradili (Tour 35 RKH). Die gesamte Tour (8 Std., 1000 m z.T. steile An- und Abstiege) erfordert vor allem bei Hitze eine sehr gute Kondition, deswegen beschreibe ich eine etwas kürzere Variante. Weiter nördlich lohnt die Küstenwanderung zwischen Cala Sisine und Cala Luna (Tour 30 RKH, 10 CS). Eher abraten würde ich von dem in vielen anderen Wanderführern beschriebenen anschließenden Teilstück nach Cala Gonone (Cala Fuili): Es geht kräftig auf und ab, aber man hat in der dichten Macchia nur selten Meerblicke. Bei der viel besuchten Schlucht Gola di Gorrupu muss man wieder die Reise-Know-How-Autorinnen loben, dass sie auf den langweiligen, zudem Weg von Ponte sa Barva zur Schlucht verzichtet haben. Viel schöner ist der Abstieg in die Schlucht vom Pass Genna Sillana. Im Norden Sardiniens lohnen sich insbesondere die Wanderungen am Capo Testa (Tour 23 RKH, 1 CS), auf Caprera (2 CS) und bei Isola Rossa (3 CS).

Fernwanderungen: An der Ostküste führt der Weg „Selvaggio Blu“ in sechs Tagen von S.Maria Navarrese nach Cala Gonone. Nur für erfahrene Bergsteiger, mit Kletterabschnitten und Abseillängen bis 45 m.

Ein Reisebericht des Journalisten Franz Lerchenmüller über unsere gemeinsamen Sardinien-Wanderungen steht hier.