Wandern auf Sardinien
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Sardinien

Sardinien ist ein zu Recht beliebtes Wandergebiet. In wenigen Regionen Italiens trifft man auf so viele Wanderer wie an der Ostküste,beispielsweise  auf den „klassischen“ Touren zur Bucht Cala Goloritze, in der Schlucht Gola di Gorrupu oder um die Cala di Luna. Aber die ausgedehnte Insel, immerhin  die fünftgrößte in Europa, bietet auch jede Menge einsame und abgelegene Wege.  Ein bißchen Abenteuergeist braucht man. Viele Touren sind anspruchsvoll, Markierungen und gutes Kartenmaterial  eher selten.  Manche Gebiete sind außerdem zum Wandern völlig ungeeignet: die Küstenabschnitte oft weglos, die Gebiete im Binnenland häufig nicht abwechslungsreich genug. Einfach drauflosgehen bringt da nichts, man braucht einen guten Wanderführer. Den gibt es zum Glück: Sardinien aus dem Verlag Reise Know-How ist hervorragend recherchiert, bringt sehr lohnende Touren und vermeidet  mit viel Erfolg die langweiligen Abschnitte (was man von den anderen Sardinien-Wanderbüchern nicht immer sagen kann).  Man merkt, dass die drei Autorinnen sich auskennen:  Lisa Dell, Petra Grom und Inés Richter wohnen auf Sardinien.

Nach meiner Erfahrung  sind die in diesem Buch  vorgeschlagenen Touren alle lohnend. Ich kenne allerdings nur die Süd-, West- und Ostküste, nicht den Norden und das Binnenland. Mit dieser Einschränkung ein paar besondere Empfehlungen:


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Im Süden spektakulär schön die Küstenwanderung bei Chia (Tour 4 im Reise Know-How-Führer). An der Westküste findet man einen landschaftlich großartigen Küstenabschnitt zwischen Nébida und Buggeru (Touren 6 und 7), die zum Teil ausgesetzten schmalen Pfade erfordern allerdings absolute Trittsicherheit. Weiter nördlich an der Westküste lohnt das Naturschutzgebiet der Sinis-Halbinsel unbedingt den Besuch; sehr schön ist hier die Tour 12 (Variante Süd). Wunderbar auch die Wanderung entlang der Steilküste vom Strand Is Arutas nach Arena Scoado (knapp 3 Std., nicht im Wanderführer); hier gibt es allerdings keine Verkehrsmittel für die Rückfahrt, so dass man trampen oder auf gleichem Weg zurückgehen muss. An der Ostküste ist das beliebteste, relativ stark frequentierte Wandergebiet der Golfo di Orosei (ein guter Standort: Santa Maria di Navarrese).  Ein klassischer Ausflug ist hier die Tour zur Cala Goloritze (Tour 34), großartig und anstrengend die Wanderung über die Cengia Giradili (Tour 35). Die gesamte Tour (8 Std., 1000 m z.T. steile An- und Abstiege) erfordert vor allem bei Hitze eine sehr gute Kondition, deswegen beschreibe  ich eine etwas kürzere  Variante. Weiter nördlich lohnt die Küstenwanderung zwischen Cala Sisine und Cala Luna (Tour 30). Eher abraten würde ich von dem in allen anderen Wanderführern beschriebenen anschließenden Teilstück nach  Cala Gonone (Cala Fuili): Es geht kräftig auf und ab, aber man hat in der dichten Macchia nur selten Meerblicke. Bei der  viel besuchten Schlucht Gola di Gorrupu muss man wieder die Reise-Know-How-Autorinnen loben, dass sie auf den langweiligen, zudem hin und zurück identischen Weg von Ponte sa Barva zur Schlucht verzichtet haben. Viel schöner ist der Abstieg in die Schlucht vom Pass Genna Sillana.

Fernwanderungen: An der Ostküste führt der „Selvaggio Blu“ in sechs Tagen von S.Maria Navarrese nach Cala Gonone. Nur für erfahrene Bergsteiger, mit Kletterabschnitten und Abseillängen bis 45 m.
Der Führer Sentiero Italia Trans Sardinien aus dem Conrad Stein Verlag beschreibt eine Mehrtageswanderung in Nordsardinien – wegen unendlich langer Asphaltabschnitte nicht zu empfehlen.

Gute Informationen zum Wandern an der Ostküste: www.peteranne.it/de/wandern

Ein Reisebericht der Journalisten Franz Lerchenmüller über unsere gemeinsamen Sardinien-Wanderungen steht hier.