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Verlage und Reihen

Die schönsten Italien-Wanderführer macht der Rotpunktverlag in Zürich: die Bücher zu den Wanderungen im Mairatal, auf der Grande Traversata delle Alpi und in den Abruzzen, außerdem verschiedene Führer die piemontesischen und ligurischen Alpen, über das Veltlin und über Alpenwege im Grenzbereich von Italien, Österreich und der Schweiz. Im Unterschied zu anderen deutschsprachigen Wanderreihen zeichnen sich die Rotpunktführer durch ihren persönlichen und gelegentlich fast literarischen Stil aus; sie bringen nicht nur Wanderbeschreibungen und praktische Hinweise, sondern Hintergrundberichte, subjektive Einschätzungen, fundierte Informationen zu Land und Leuten. Schön, dass noch ein Verlag an diesem anspruchsvollen und unterhaltsamen Stil festhält! Aktuelle Hinweise zu Rotpunkt-Wanderbüchern und Tourenvorschläge findet man unter www.wanderweb.ch.

Die anderen Verlage mit deutschsprachigen Wanderreihen produzieren sachlich ausgerichtete Bücher mit trockenem Informationscharakter. Ihr größter Nachteil: meistens bringen sie zu viele uninteressante Touren. Der Grund dafür: die Verlage geben den Autoren eine Mindestzahl von Wanderungen vor, meist um die dreißig, aber nur wenige Wanderregionen haben wirklich so viele schöne Wege. Auf Elba beispielsweise gibt es 5-8 richtig gute Touren, in Umbrien vielleicht zehn, am Golf von Neapel höchstens fünfzehn. Trotzdem: die Bücher müssen vollgeschrieben werden, und da ist dann eben viel Überflüssiges dabei.

Das größte Programm hat Rother, die Bücher sind solide gemacht, die Touren aber nicht immer richtig gut. Zu viele Lückenfüller, s.oben. Eigentlich ist es ja verdienstvoll, dass da sehr kleinteilig gearbeitet wird und jedes Gebiet seinen eigenen Führer bekommt. Aber da wird dann oft viel Ballast mitgeschleppt. Trotzdem: für manche Regionen sind die Rother-Bände die einzige brauchbare Informationsquelle.

Gut gearbeitet sind die meisten Wanderführer von Kompass (Südtirol, zahlreiche Dolomiten-Bände, Ligurien, Sardinien u.a.)

Michael Müller und DuMont haben jeweils 7-8 Italien-Wanderführer im Programm. Auch in den "normalen" Michael-Müller-Reiseführern gibt es oft gute Wanderhinweise, zum Beispiel in den Bänden "Südtoskana", "Chianti", "Piemont und Aosta-Tal" oder "Marken".

Bruckmann konzentriert sich hauptsächlich auf die Alpenregionen (Südtirol, Dolomiten), außerdem gibt es da je einen Ligurien-, Sizilien- und Toskana-Band.

Die bei Reise Know-How geplante Wanderreihe wird offenbar nicht fortgesetzt, für Italien sind nur Bände über die Cinque Terre und Sardinien erschienen.

Ein größeres Italienprogramm hat der Conrad Stein-Verlag mit gegenwärtig 10 Titeln. Die Qualität ist unterschiedlich, es gibt sehr empfehlenswerte Bände (z.B. Franziskusweg, Liparische Inseln u.a.) und ziemlich schwache (z.B. Via Francigena).

Führer zu Pilgerwegen in Italien (Franziskusweg, Benediktweg) veröffentlicht der Tyrolia-Verlag Innsbruck.