Seite drucken

Etruskerland und Bolsena-See

Das nördliche Latium gehört für Reisende, die abseits der bekannten Wege wandern möchten, zu den interessantesten Zonen Italiens. Das weite Hügelland mit den erloschenen Vulkanen, den Kraterseen und tief eingeschnittenen Schluchten ist sehr einsam und bietet häufig überraschende Landschaftseindrücke. Alte Wege führen zu etruskischen Nekropolen, mittelalterlichen Klöstern und interessanten Dörfern.

Einigermaßen bekannt bei ausländischen Touristen ist in diesem Gebiet nur der Bolsena-See. An den Ufern des großen Vulkansees gibt es einige schöne Wanderstrecken. Ein Rundweg am Westufer bei Grádoli und die Seeufer-Wanderung von Montefiascone nach Marta finden sich in meinem Wanderführer Toscana (DuMont Verlag).

Weitgehend am Bolsena-See verläuft auch die dreitägige Streckenwanderung von Pitigliano bis Montefiascone

Wanderkarten für die Gegend um den Bolsena-See: "Lago di Bolsena" (1:50.000) von Kompass sowie "Lago di Bolsena" 1:40.000 von Globalmap - Litografia Artistica Cartografica Firenze


  • Latium
  • Latium

Das nördliche Latium bietet noch sehr viel mehr gute Wandermöglichkeiten als nur in der Umgebung des Bolsena-Sees. Auf eigene Faust kann man diese Touren allerdings nicht finden - Kartenmaterial und Markierungen sind völlig unzureichend. Zum Glück gibt es einen brauchbaren Wanderführer für die Gegend: den Band Rom-Latium von Ursula und Claus-Günter Frank (Rother Verlag). Er beschreibt u.a. Wege bei der alten Etruskerstadt Vulci, im großartigen Erosionsgebiet von Civitella d'Agliano, am "heiligen Berg" Soracte, zwischen den Etruskerorten Barbarano Romano und Blera, in den Tolfa-Bergen und bei Calcata - alles sehr empfehlenswert für einen ausgedehnten Wander- und Besichtigungsurlaub.

Zwischen Acquapendente und Vulci, im äßersten Norden Latiums, existiert auch ein markierter Fernwanderweg, der Sentiero dei Briganti. Die Wegführung ist nach meinem Eindruck nicht optimal, zu lange Strecken sind zu eintönig oder verlaufen über Asphalt. Informationen zum Weg erhält man bei den örtlichen Touristenbüros.